Ein Jahr Work-ID ist geschafft. Höchste Zeit für einen ehrlichen Rückblick mit unserem Gründer Cornel Müller. Wir haben ihm die Fragen gestellt, die uns wirklich interessieren.
Interview mit Cornel Müller, Gründer der Work-ID
Ein Jahr Work-ID: Wie würdest du die Zeit in einem Wort beschreiben?
Turbulent.
Wie viele Kaffees hat dich das Jahr gekostet?
Viele. Aber gute.
Was war der schönste Moment im ersten Jahr?
Ganz klar der Moment, in dem die erste Anstellung über die Work-ID zustande gekommen ist. Mit sehr positivem Feedback vom Arbeitgeber, der auch mit dem Prozess sehr happy war. Genau für solche Momente machen wir das.
Was hat dich am meisten überrascht?
Am meisten überrascht hat mich die zurückhaltende Art der Arbeitgeber. Dass sie den Skills-Manager nicht stärker nutzen, um mit den Skills der eigenen Mitarbeitenden zu arbeiten. Da liegt noch viel Potenzial.
Was war schwieriger als erwartet?
Ähnlich wie bei der letzten Frage: Wir haben eigentlich gedacht, dass der Skills-Manager als Freemium-Produkt, bei dem ganz viele Services gratis sind, von mehr Firmen genutzt wird. Wir hoffen natürlich, dass das in Zukunft eher passiert.
Auf was bist du heute besonders stolz?
Dass wir ein doch komplexes und sehr disruptives Produkt in so kurzer Zeit auf die Beine stellen konnten. Und natürlich auf die vielen, vielen positiven Feedbacks von Menschen, die uns immer wieder sagen: Hey, ihr macht das Richtige, dranbleiben. Wir wussten, es wird ein langer Weg. Diese motivierenden Worte haben gut getan. Die braucht’s.
Was würdest du rückblickend anders machen?
Im Nachhinein ist man immer schlauer. Klar wäre es am Anfang einfacher gewesen, wenn wir die Bedürfnisse von Arbeitgebern und Arbeitnehmenden schon genauer gekannt hätten. Wir mussten zum Glück nicht oft pivotieren, aber es gab zwei, drei Sachen, bei denen wir froh gewesen wären, sie von Anfang an gewusst zu haben. Das ist aber nicht fundamental. Sagen wir mal: ein Luxusproblem.
Welchen Skill hast du selber in diesem Jahr gelernt?
Geduld.
Ein Jahr ist schon geschafft. Wo siehst du die Work-ID in fünf Jahren?
In fünf Jahren haben viele Menschen in der Schweiz eine Work-ID. Eine beachtliche Zahl von Firmen nutzt den Skills-Manager. Und der Arbeitsmarkt funktioniert so, dass Arbeitgeber tatsächlich über die Skills passende Menschen finden. In einer beachtlichen Anzahl, sodass wir einen Beitrag leisten können, den Mismatch auf dem Arbeitsmarkt zu verkleinern.
Als abschliessendes Wort: Was würdest du jemandem sagen, der die Work-ID heute zum ersten Mal sieht?
Unbedingt nutzen. Sofort damit anfangen. Und den Weg als Prozess verstehen: sich mit den eigenen Skills auseinandersetzen. Wir haben von vielen Profis gehört, dass wir das viel zu wenig machen. Nicht einfach 47 Skills erfassen und gut ist. Sondern wirklich hinterfragen: Habe ich diese Skills wirklich? Welche sind wichtig? Welche fehlen vielleicht noch? Dann bei den Matches schauen: Führt das in die richtige Richtung? Wenn nicht, die Skills nochmals justieren, bis der Match stimmt. Und darauf aufbauend passen dann auch die richtigen Weiterbildungsangebote.
An alle Menschen da draussen in der Schweiz: Erstellt eine Work-ID. Es tut nicht weh, es braucht wenig Zeit. Es ist ein guter Prozess und gibt hoffentlich spannende Inspirationen, gute Ideen oder sogar ganz konkrete Jobs, bei denen ihr euch bewerben könnt.
