Selbstreflexion: Wie finde ich heraus, welche Skills ich habe  

5 Minuten

Welche Fähigkeiten bringst du mit? Was liegt dir besonders gut und welche Aufgaben machen dir Freude? Diese Fragen sind nicht immer einfach zu beantworten. Eine gezielte Selbstreflexion hilft dir dabei, deine Skills, Stärken und Interessen besser zu verstehen.

Nimm dir dafür etwas Zeit und halte deine Gedanken am besten schriftlich fest. So entsteht Schritt für Schritt ein klareres Bild davon, was du kannst und wohin du dich beruflich entwickeln möchtest.

Werdegangs-Reflexion

Schau dir deine bisherigen beruflichen Stationen einzeln an. Überlege dir bei jeder Stelle, welche Aufgaben du bereits übernommen, welche Erfahrungen du gesammelt und welche Fähigkeiten du dabei eingesetzt hast. Die Work-ID unterstützt dich dabei, deine Erfahrungen zu reflektieren, deine Skills zu erkennen und übersichtlich festzuhalten.

Diese Fragen helfen dir:

  • Warum hast du dich damals für die Stelle entschieden?
  • Welche Verantwortung hattest du?
  • Welche besonderen Erfolge kannst du vorweisen?
  • Warum hast du die Stelle verlassen oder möchtest sie verlassen?
  • Welche Fähigkeiten hast du in dieser Zeit entwickelt?

Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Du arbeitest als Projektleiterin oder Projektleiter in einer Marketingagentur und betreust gleichzeitig acht Unternehmenskundinnen und Unternehmenskunden. Für sie planst du Kampagnen, koordinierst Termine mit Grafikerinnen und Grafikern, Texterinnen und Textern sowie Social-Media-Verantwortlichen und behältst Budgets sowie Deadlines im Blick. Ändern Kundinnen oder Kunden kurzfristig ihre Anforderungen, passt du die Planung an und stimmst die nächsten Schritte mit allen Beteiligten ab. Dabei setzt du neben deinem Marketingwissen auch Skills wie Organisation, Kommunikation, Zeitmanagement, Anpassungsfähigkeit und Eigenverantwortung ein.

Stärken und Schwächen reflektieren

Überlege dir als Nächstes, was dir besonders gut liegt und wo du dich noch entwickeln möchtest. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Stärken oder Schwächen aufzuschreiben. Konzentriere dich auf diejenigen, die für deinen Berufsalltag relevant sind.

Frage dich:

  • Was kann ich besonders gut?
  • Welche Aufgaben erledige ich gerne?
  • Welche Aufgaben fallen mir schwer?
  • Welche fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen bringe ich mit?
  • Welches Feedback erhalte ich von anderen?
  • Welche Fähigkeiten möchte ich weiterentwickeln?

In der Work-ID kannst du deine wichtigsten Skills mit einem Herz markieren. Diese priorisierten Fähigkeiten werden Unternehmen zuerst angezeigt.

Beispiel: Du arbeitest als Teamleiterin oder Teamleiter im Kundenservice und koordinierst die Aufgaben von sechs Mitarbeitenden. An einem besonders arbeitsreichen Tag fällt kurzfristig eine Person aus, während gleichzeitig mehrere dringende Kundenanfragen eingehen. Du verteilst die Aufgaben neu, setzt Prioritäten und informierst dein Team über die nächsten Schritte. Deine Kolleginnen und Kollegen geben dir regelmässig die Rückmeldung, dass du auch in solchen Situationen ruhig bleibst und den Überblick behältst. Dahinter können Skills wie Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit und Problemlösungsfähigkeit stecken.

Erfolge, Motivation und Ziele erkennen

Nun kannst du den Blick nach vorne richten. Dafür musst du nicht jede Frage einzeln und ausführlich beantworten. Konzentriere dich auf drei Bereiche:

  • Deine Erfolge: Welche beruflichen Leistungen machen dich besonders stolz? Überlege dir drei bis fünf konkrete Situationen und frage dich, welche Skills zu diesem Erfolg beigetragen haben.
    • Beispiel: Du hast einen neuen Ablauf eingeführt, durch den dein Team Zeit sparen konnte. Dahinter können analytisches Denken, Eigeninitiative und Problemlösungsfähigkeit stehen.
  • Deine Motivation: Welche Aufgaben machen dir Freude und welche möchtest du künftig weniger oder gar nicht mehr übernehmen?
    • Beispiel: Du merkst, dass dir der direkte Austausch mit Kundinnen und Kunden besonders gefällt, während dich reine administrative Tätigkeiten weniger motivieren. Das kann ein Hinweis darauf sein, welche Aufgaben in deiner nächsten Stelle stärker vertreten sein sollten.
  • Deine Ziele und Hindernisse: Was möchtest du beruflich als Nächstes erreichen und was könnte dich dabei bremsen?
    • Beispiel: Du möchtest künftig eine Führungsfunktion übernehmen, hast aber bisher wenig Führungserfahrung. Daraus ergibt sich ein konkretes Entwicklungsfeld, an dem du arbeiten kannst.

Fremdeinschätzung: Frag andere nach deinen Skills

Manche Fähigkeiten sind für uns selbst so selbstverständlich, dass wir sie kaum noch wahrnehmen. Deshalb ist es hilfreich, zusätzlich andere Menschen nach ihrer Einschätzung zu fragen.

Das können beispielsweise Kolleginnen und Kollegen, ehemalige Vorgesetzte oder Personen aus deinem privaten Umfeld sein.

Frage sie zum Beispiel:

  • Was kann ich deiner Meinung nach besonders gut?
  • Welche Fähigkeiten zeichnen mich aus?
  • Bei welchen Aufgaben würdest du mich um Unterstützung bitten?
  • Wo siehst du bei mir Entwicklungspotenzial?
  • Welche beruflichen Aufgaben oder Rollen könnten zu mir passen?

Beispiel: Mehrere Kolleginnen und Kollegen sagen dir, dass sie bei schwierigen Gesprächen gerne deine Unterstützung suchen. Vielleicht gehören Empathie, aktives Zuhören und Konfliktfähigkeit zu deinen ausgeprägten Skills, obwohl du sie selbst bisher kaum als besondere Fähigkeiten wahrgenommen hast.

Tipps für deine Selbstreflexion

Mach es dir bei der Selbstreflexion möglichst konkret. Diese vier Grundsätze helfen dir dabei:

  • Schreib deine Gedanken auf: Dadurch werden deine Fähigkeiten, Interessen und Ziele greifbarer.
  • Denk in Situationen statt in Schlagworten: Schreib nicht nur «Ich bin organisiert», sondern überlege dir, wann und wie du diese Fähigkeit gezeigt hast.
  • Suche nach wiederkehrenden Mustern: Welche Aufgaben gelingen dir in verschiedenen Jobs oder Situationen immer wieder gut?
  • Wiederhole die Selbstreflexion regelmässig: Deine Skills, Interessen und beruflichen Ziele können sich mit neuen Erfahrungen verändern.

Am Ende solltest du nicht einfach eine möglichst lange Liste mit Fähigkeiten haben. Viel wichtiger ist, dass du verstehst, welche Skills dich auszeichnen, wo du sie bereits eingesetzt hast und welche davon du künftig stärker nutzen möchtest. In der Work-ID kannst du deine Skills festhalten und so ein persönliches Skill-Profil erstellen, das deine Fähigkeiten sichtbar macht.

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