Skills-basierte Stellenanzeigen leicht gemacht

5 Minuten

Skills-basierte Stellenanzeigen setzen den Fokus anders: auf das, was jemand können muss und was jemand bewirken soll. Wie du solche Stellenanzeigen schreibst, zeigen wir dir hier.

Was ist eine Skills-basierte Stellenanzeige?

In Skills-basierten Stellenanzeigen stehen die konkreten Aufgaben im Mittelpunkt sowie Fach-Skills und Soft-Skills, welche zur Erledigung dieser Aufgaben benötigt werden.

Die Fragen lauten: Was muss jemand können? Was soll jemand bewirken? Anstatt: Welchen Abschluss und welche Laufbahn muss jemand absolviert haben?

Beispiel:

  • Abschluss
    • Klassisch: Master in Marketingmanagement
    • Skills-basiert: Marketingmassnahmen umsetzen, Customer Journeys konzipieren, etc.
  • Erfahrung
    • Klassisch: Erfahrung als Marketingleiter/in
    • Skills-basiert: Teams führen, Marketing leiten, Zielerreichung sicherstellen, etc.

So geht’s: Aufbau einer Skills-basierten Stellenanzeige

1. Eindeutiger Jobtitel und Pensumsangabe

Verwende einen Jobtitel, den Menschen auch bei einer Jobsuche eingeben würden.

Interne Bezeichnungen wie «Specialist Comms Business Unit 2» helfen niemandem. «Marketing-Spezialist/in» schon.

Tipp: Der Titel soll eindeutig, verständlich und möglichst kurz sein. Die Pensumsangabe im Titel hilft ebenfalls dabei, die passenden Personen zu erreichen.

2. Arbeitsort

Gib einen eindeutigen Arbeitsort an. Wenn die Aufgaben auch remote ausgeführt werden können, schreibst du das am besten auch zum Arbeitsort.

Beispiel:

  • Arbeitsort: Thalwil/remote

3. Mission (optional)

Hier ist Platz, um ganz kurz aufzuzeigen, was jemand mit ihren oder seinen Skills bewirken kann.

Beispiel: «Du entwickelst, unterstützt und koordinierst sämtliche Marketing- & Kommunikationsmassnahmen für unser Unternehmen und trägst so dazu bei, unser Produkt möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.»

4. Skills, die zum Einsatz kommen

Welche Skills braucht die Person, um die Aufgaben zu erledigen? Welche Skills sind erwünscht, können aber auch noch «on the job» gelernt werden?

Beispiel Marketing-Spezialist/in

Must-haves:

  • Marketing und Kommunikation leiten
  • Marketingmassnahmen umsetzen
  • Online-Marketing-KPIs verstehen
  • Produktkommunikation konzipieren
  • Markenpositionierung erarbeiten
  • Customer Journeys konzipieren
  • Online-Marketingmassnahmen umsetzen

Nice-to-haves:

  • Verkaufsevents planen
  • Produkte einführen
  • Marktanforderungen verstehen
  • Branche XY verstehen
  • Trends in der Branche XY analysieren

5. Warum wir?

Was ist euer Auftrag? Was macht die Arbeit bei euch bedeutsam? Was könnt ihr bieten, was andere nicht können? Menschen wollen wissen, warum es sich lohnt, bei euch anzufangen. Aber bitte keine Floskeln, die in jeder zweiten Stellenanzeige zu finden sind.

Beispiele:

  • Ja: «Unser Team setzt sich täglich mit den neuesten Entwicklungen auseinander», «Gehalt: CHF 97’000 pro Jahr»
  • Nein: «dynamisches Team», «überdurchschnittliches Gehalt»

6. Call to Action

Eine deutliche Aufforderung, sich zu bewerben, darf auf keinen Fall fehlen. Wie sollen sich Interessierte bewerben? Wer (persönlicher Kontakt angeben) beantwortet Fragen?

Warum Skills-basierte Stellenanzeigen?

«Abgeschlossenes Hochschulstudium in Betriebswirtschaft. Mindestens 5 Jahre Erfahrung als Marketingleiter/in.» Das sind geläufige Kriterien in Stellenanzeigen, die an Bewerbende gestellt werden.

Worüber diese Angaben jedoch keine Informationen liefern: ob jemand tatsächlich jene Probleme lösen kann, für die eine Stelle geschaffen wurde. Denn Jobtitel und Abschlüsse allein geben nur in ganz spezifischen Fällen Hinweise, welche Skills eine Person tatsächlich mitbringt.

Warum sagen Abschlüsse nicht genug darüber aus, was eine Person kann? Anforderungen und Arbeitsinhalte verändern sich so schnell, dass ein Lehrgang, der zu einem Abschluss führt, kaum mithalten kann. Gerade in digitalen Tätigkeiten.

Das heisst nicht, dass es keine Qualifikationen mehr benötigt. Aber Skills sind die genaueren Auswahlkriterien als Abschlüsse.

Bildungsabschlüsse können in einzelnen Fällen vorkommen, wenn sie aufgrund der Regulierung vorgeschrieben sind (z.B. Arzt, Anwältin). Sonst nicht.

Vorteile von Skills-basierten Stellenanzeigen für Firmen:

  • Bessere Trefferquote: Wer die geforderten Skills mitbringt, eignet sich für den Job.
  • Weniger Ressourcen binden: Bewerbende sehen sofort, ob sie passen. Das spart beiden Seiten Zeit und Energie.
  • Weniger Vorurteile: Der Fokus auf Können sorgt dafür, dass Bewerbungen von Menschen nicht ausgefiltert werden, sofern ihre Skills passen.

Wie erkennst du die relevantesten Skills für eine Stelle?

Bevor du die Stellenanzeige schreibst, lohnt es sich, die Anforderungen in drei Gruppen aufzuteilen. Frag dich: Was muss jemand konkret tun, um in dieser Rolle erfolgreich zu sein?

  • Must-haves sind nicht verhandelbar. Ohne diese Skills kann die Person den Job nicht ausführen. Fünf bis sieben Punkte reichen meistens. Mehr macht die Hürde unnötig hoch.
  • Nice-to-haves sind ein Bonus. Diese Skills helfen, sind aber in den ersten Monaten lernbar oder durch andere Stärken ausgleichbar. Kennzeichne sie klar als optional, damit sich Menschen trotzdem bewerben, auch wenn nicht alles auf sie zutrifft.

Drei Wege helfen dir dabei:

  • Schau dir die Besten im Team an. Wer macht diesen Job heute besonders gut? Welche Skills setzen diese Menschen täglich ein? Das gibt dir ein realistisches Bild.
  • Sprich mit dem Team. Teamleiter/innen und direkte Kolleginnen und Kollegen wissen oft am besten, welche Skills im Alltag wirklich gefragt sind.
  • Denk vom Ergebnis her. Was soll die Person in den ersten sechs Monaten erreichen? Welche Aufgaben stehen an? Leite daraus ab, welche Skills dafür nötig sind.

Skills-basierte Stellenanzeigen mit dem Skills-Manager erstellen

Du fragst dich jetzt vielleicht, wo du anfangen sollst, wenn du Dutzende Stellen zu besetzen hast.

Genau hier hilft der Skills-Manager. Wenn deine Stellenanzeigen bereits irgendwo online sind, findest du sie auch im Skills-Manager. Er erkennt automatisch, welche Skills darin vorkommen, und strukturiert sie in einem übersichtlichen Anforderungsprofil.

Alternativ erfasst du ein neues Anforderungsprofil, in dem du den Jobtitel auswählst. Anschliessend erhältst du alle Skills vorgeschlagen, die zu diesem Jobtitel passen. So kannst du dir das Anforderungsprofil ganz einfach zusammenklicken.

Das Anforderungsprofil ist sofort weiterverwendbar: für interne Suchen, Talentpools und zukünftige Stellenbesetzungen.

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