Future Skills: In 4 Schritten zu den Skills, die deine Firma wirklich braucht

6 Minuten

«Diese 10 Skills braucht es in Zukunft» oder «Diese 18 Skills brauchen deine Mitarbeitenden morgen». Dann folgen Resilienz, kritisches Denken, digitale Kompetenz, und so weiter. Kommt dir bekannt vor?

Jeder Beitrag über Future Skills nennt ein paar Skills, die in Zukunft wichtig sind. Sie sind vielleicht sogar richtig. Doch bisher hast du mit diesen Beiträgen noch nicht herausgefunden, welche Skills dein Unternehmen in Zukunft braucht, oder?

Denn Soft- und Methoden-Skills sind meistens eher schwammig formuliert, Hard-Skills in so grosse Bereiche gegliedert, dass man damit kaum etwas anfangen kann. Sind die Hard-Skills doch genauer angegeben und der Beitrag vor mehr als einem Jahr publiziert, sind die aufgelisteten Skills mit grosser Wahrscheinlichkeit schon veraltet.

Dazu kommt: Deine Firma ist nicht der Durchschnitt. Eine Regionalbank braucht in drei Jahren andere Skills als eine Maschinenbaufirma. Ein Spital braucht andere als ein Detailhändler. Die Skills der Zukunft sind keine allgemeine Liste. Sie sind für jedes Unternehmen eine eigene Antwort.

Dieser Beitrag liefert dir keine zehn Skills zum Abhaken. Stattdessen zeigen wir dir, wie du die Future Skills findest, die dein Unternehmen wirklich braucht.

Die Frage ist also nicht: «Was sind die Future Skills?», sondern: «Welche Skills brauchen wir, um dorthin zu kommen, wo wir hinwollen?»

So findest du in 4 Schritten heraus, welche Skills du in Zukunft brauchen wirst.

Das Zusammenspiel auf einen Blick

  1. Inventar: Was können wir heute?
  2. Ziele: Wohin wollen wir und welche Skills brauchen wir dafür?
  3. Umfeld: Was verändern Technologie und Arbeitsmarkt?
  4. Skills-Gap: Wo klafft die Lücke?

Das ist kein einmaliges Projekt. Ziele ändern sich, Technologien auch. Deshalb lohnt es sich, den Prozess regelmässig zu wiederholen. Je aktueller dein Skills-Inventar, desto schneller erkennst du Lücken.

Schritt 1: Was können deine Mitarbeitenden heute schon?

Bevor du über morgen nachdenkst, brauchst du ein Bild von heute: Was können deine Mitarbeitenden alles? Um das herauszufinden, reicht die Jobbezeichnung alleine meistens nicht. Denn alle – ok, vielleicht fast alle – Mitarbeitenden können viel mehr, als ihr Jobtitel aussagt.

  • Die Mitarbeiterin im Support, die nebenbei Daten auswertet.
  • Der Logistiker, der sich Programmieren beigebracht hat.
  • Der Sachbearbeiter, der fliessend Italienisch spricht und Kunden im Tessin betreut.

Solche Skills bleiben gerne unsichtbar und der Jobtitel lässt nicht automatisch auf die Skills schliessen.

Darum startest du mit einer Bestandsaufnahme: dem Skills-Inventar. Es zeigt dir, welche Skills in deinem Unternehmen vorhanden sind. Erfahre, wie du ein Skills-Inventar anlegst.

Schritt 2: Was sind deine Unternehmensziele?

Skills sind das Mittel, um Ziele zu erreichen. Deshalb gehört die Frage nach den Unternehmenszielen an den Anfang jeder Skills-Planung: Was will dein Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren erreichen?

Ein paar Beispiele:

  • Du willst ein neues Geschäftsfeld aufbauen, zum Beispiel eine digitale Dienstleistung neben deinem klassischen Kerngeschäft.
  • Du willst Prozesse automatisieren, etwa die Rechnungsverarbeitung oder die Bearbeitung von Kundenanfragen.
  • Du willst in einen neuen Markt expandieren, zum Beispiel in die Romandie oder nach Deutschland.
  • Du willst Regulatorik oder Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen, etwa neue Berichtspflichten zu CO₂-Emissionen oder verschärfte Datenschutzvorgaben.

Für jedes Ziel braucht es andere Skills. Frag dich bei jedem strategischen Ziel: Was müssen wir dafür können? Und zwar konkret, nicht in Schlagworten. «Digitalisierung» ist kein Skill. «Daten aus verschiedenen Systemen zusammenführen» schon.

Schritt 3: Welche Skills braucht es in Zukunft noch?

Deine Strategie und dein Inventar sind die Innensicht. Dazu braucht es die Aussensicht, denn Technologie und Arbeitsmarkt verändern sich, wie dir sicherlich bewusst ist.

Diese Fragen helfen dir dabei:

  • Technologischer Wandel: Welche Aufgaben lassen sich künftig automatisieren? Welche neuen Aufgaben entstehen durch KI, Cloud oder Datenanalyse?
  • Arbeitsmarktentwicklung: Welche Skills sind am Markt knapp? Was suchen deine Mitbewerber? Wo wird es eng, wenn du in zwei Jahren rekrutieren musst?

Daten statt Bauchgefühl: der Blick auf den Markt

Für die Aussensicht gibt es Daten, auf die du dich stützen kannst. Das Arbeitsmarktdaten-Insights-Tool von x28 ist ein Beispiel dafür. Zwei der Module sind für die Skills-Planung besonders interessant:

Arbeitsmarktintelligenz: Sie zeigt, wie sich die ausgeschriebenen Stellen in der Schweiz entwickeln, nach Branche, Region und Berufsgruppe. Auch die Aktivitäten deiner Mitbewerber im Gesamtmarkt werden sichtbar. So erkennst du früh, wo der Markt für deine gesuchten Skills enger wird.

Future of Work Index: Er ordnet Skills in einer Grafik auf zwei Achsen ein:

  • Digitalisierungsindex: Je weiter rechts, desto stärker ist ein Skill von der Digitalisierung geprägt.
  • Remote-Index: Je weiter oben, desto häufiger wird ein Skill ortsunabhängig ausgeübt.

Oben rechts liegen die Skills von morgen, etwa Cloud Architecture, Data Analytics oder Cybersecurity. Unten links liegen die rückläufigen Skills, zum Beispiel manuelle Datenerfassung. So wird der Index zum Frühwarnsystem: Er zeigt, welche Kompetenzen am Markt auf- und welche absteigen. Damit kannst du deine Mitarbeitenden gezielt auf eine digitalisierte und dezentrale Arbeitswelt vorbereiten.

Wenn du mehr über das Arbeitsmarkt-Insights-Tool erfahren möchtest, kontaktiere direkt die x28 AG.

Solche Daten helfen dir, Fragen wie diese zu beantworten:

  • Welche Skills suchen unsere direkten und indirekten Mitbewerber?
  • Welche Skills verschwinden, welche gewinnen an Bedeutung?
  • Welche Skills werden weniger nachgefragt, weil sich die Aufgaben dahinter digitalisieren lassen?

Wichtig: Marktdaten liefern dir keine fertige Strategie. Ob ein aufsteigender Skill für dich relevant ist, entscheidest du anhand deiner Ziele aus Schritt 2. Erst die Kombination aus Aussensicht und Innensicht gibt dir ein belastbares Bild.

Schritt 4: Was fehlt?

Jetzt rechnen wir ab. Links steht, was du hast. Rechts steht, was du brauchst. Ähnlich wie in der Buchhaltung. Anstatt Gewinn oder Verlust findest du deinen Skills-Gap.

Dieser Skills-Gap zeigt dir, welche Skills für deine Ziele fehlen. Konkret siehst du:

  • Skills, die in deinem Unternehmen noch komplett fehlen
  • Skills, die vorhanden sind, aber noch nicht stark genug ausgeprägt
  • Skills, die du bereits in ausreichendem Mass hast

So kannst du aus einem vagen Gefühl («Wir müssen uns irgendwie weiterentwickeln») einen klaren Plan entwickeln. Du siehst, wo Upskilling reicht, wo Reskilling nötig ist und wo sich Rekrutierung lohnt. Und du investierst dein Weiterbildungsbudget dort, wo es wirkt.

Dein Unternehmen hat seine eigenen Future Skills

Hör auf, nach der einen Future-Skills-Liste zu suchen. Es gibt sie nicht. Die Skills der Zukunft ergeben sich aus dem, was du heute hast, dem, was du morgen erreichen willst, und dem, was der Markt verlangt.

Mit dem Skills-Manager der Work-ID bringst du diese Schritte an einen Ort: Du machst die Skills in deinem Unternehmen sichtbar, erkennst Skills-Gaps und planst gezielt Talentförderung sowie Up- und Reskilling. Intern wie extern, damit du keine passenden Menschen mehr übersiehst.

Arbeitsalltag Bewerbungsprozess Checkliste Datenschutz DEI Direktansprache Diskriminierung Employee Experience Fachkräftemangel Fluktuation Future of Work Future Skills Hard Skills Hidden Workers Informelles Lernen Interne Mobilität Künstliche Intelligenz Laufbahnplanung Lebenslanges Lernen Lernmanagement Mismatch Mitarbeiterbindung Mitarbeiterenwicklung Mitarbeiterzufriedenheit Offboarding Onboarding Reskilling Sinn und Werte Skills-Assessment Skills-basierte Rekrutierung Skills-basiertes Lernen Skills-basiertes Ökosystem Skills-Gap Skills-Shift Skills entdecken Soft-Skills Stellenanzeigen Talentpool Upskilling